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Frank Sirona
Keine Kompromisse
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Frank Sirona with large format camera

Daß ich keine klassische photographische Ausbildung genossen habe, sondern sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg zur Photographie gekommen bin, habe ich schon an anderer Stelle gestanden. Bleibt hinzuzufügen, daß mir mein naturwissenschaftlicher Hintergrund das mitgegeben hat, was wohlwollendere Zeitgenossen mit "professioneller Deformation" umschreiben: ein starker Hang zur Perfektion, das übergroße Interesse am Detail und die schlechte Angewohnheit, wo immer möglich die Grenzen des Machbaren auszuloten. Charaktereigenschaften, die manchmal ziemlich lästig sind, in der Photographie allerdings auch ihre Vorteile haben können - ausreichende Leidensfähigkeit vorausgesetzt.

So entstand meine Vorstellung einer Photographie ohne Kompromisse. Kurz gesagt geht es darum, eine Situation auf die in jeder Hinsicht bestmögliche Weise umzusetzen, um so eine maximale Bildwirkung zu erzielen. Die wichtigsten Elemente hierbei sind (1) Licht, (2) Aufnahmesystem, und (3) Bildpräsentation.

Licht
Für jedes Motiv gibt es eine bestmöglich geeignete Art von Licht. Das ist mal das warme Licht der aufgehenden Sonne, ein anderes Mal das weiche Licht im Schatten einer Wolke am frühen Nachmittag, dann wieder das gedämpfte Licht eines Regentages oder die Dämmerung nach Sonnenuntergang - entscheidend ist immer die Abstimmung auf das gewählte Motiv. Lichtqualität hat einen enormen Einfluß darauf, wie wir einen Gegenstand wahrnehmen - seine Räumlichkeit, seine Oberflächenbeschaffenheit, seine Beziehung zu seiner Umgebung. Deshalb steht für mich eine optimale Abstimmung von Licht und Motiv an zentraler Stelle.

Da man als Landschaftsphotograph auf das vorhandene natürliche Licht angewiesen ist, ist für die meisten Bilder ein erheblicher Zeitaufwand nötig - daß man ein Motiv aufsucht und spontan gutes Licht vorfindet ist die Ausnahme. In der Regel kehre ich daher zu einem einmal identifizierten Motiv immer wieder zurück, solange, bis schließlich alles perfekt zueinander paßt und genau die Aufnahme entstehen kann, die mir vorgeschwebt hat.

Auf diese Weise dauert es manchmal Jahre und benötigt Dutzende Anläufe, bis sich ein geplantes Bild realisieren läßt. Beispielsweise hat mich meine "Outbreak" getaufte Aufnahme alles zusammengerechnet über 100 km Fußmarsch durch unwegsames Gelände gekostet, die Hälfte davon im Dunkeln, zum Teil bei Temperaturen um -15°C, und immer mit rund 18 kg Ausrüstung auf dem Rücken. Das Ergebnis dieser Beharrlichkeit versöhnt dann aber in aller Regel mit dem investierten Aufwand - außergewöhnliche Resultate sind in der Landschaftsphotographie nicht ohne Anstrengung zu haben.

Aufnahmesystem
Das Aufnahmesystem - weniger hochtrabend ausgedrückt: die Kamera - legt die erreichbare technische Qualität einer Aufnahme fest, also unter anderem Auflösung und Schärfe. Wer einmal einen ausreichend großen Abzug von Ansel Adams oder Clyde Butcher gesehen hat, wird den unglaublichen Detailreichtum dieser Bilder nicht mehr vergessen. Was die Detailfülle und das zur Bildaufzeichnung verwendete Medium (sei es Film oder ein Digitalchip) betrifft, so gibt es einen sehr simplen Zusammenhang: je größer das Medium ist, desto mehr Bildinformation kann es aufzeichnen, und desto mehr Einzelheiten sind in einem Bild zu erkennen.

Aus diesem Grund verwende ich Großformatkameras im Planfilmformat 5 x 7 inch (bzw. 5 x 13 inch für Panorama-Aufnahmen). Ein 5 x 7 inch-Dia hat die 25-fache Fläche eines Kleinbild-Dias, kann also die 25-fache Informationsmenge aufzeichnen. Auf das fertige Bild übertragen heißt das, daß Abzüge von anderthalb Metern Breite und mehr in perfekter Qualität angefertigt werden können, die keine Spur von Filmkorn zeigen und die eine faszinierende Fülle kleiner und kleinster Einzelheiten des dargestellten Motivs enthalten - nicht selten entdecke ich in meinen Abzügen Details, die mir im Moment der Aufnahme überhaupt nicht aufgefallen waren.

Die Ablösung von Film durch Digitalkameras scheint unaufhaltsam zu sein. Dabei wird aber oft übersehen, daß sich heute noch lange nicht alles digital realisieren läßt, was das Medium Film ermöglicht. Insbesondere im high end-Bereich, wo maximale Bildqualität zählt, ist Film bis heute ungeschlagen. So wurde in einem sehr sorgfältig durchgeführten Vergleichstest weiter ermittelt, wie sich das Auflösungsvermögen von professionellen Digitalkameras zur Auflösung von Film verhält. Aus den Ergebnisse läßt sich ablesen, daß eine Digitalkamera eine Auflösung von ca. 320 Megapixeln benötigte, um die Informationsmenge einfangen zu können, die ein 5 x 7 inch großes Blatt Planfilm aufnehmen kann. Das heute größte erhältliche (und in der Preisklasse eines Mittelklasseautos angesiedelte) Digitalrückteil, das IQ180 von Phase One, weist eine Auflösung von gerade einmal 80 Megapixeln auf: das dürfte klar machen, daß Film noch einige Zeit seine Daseinsberechtigung haben wird.

Bildpräsentation
Um eine technisch gelungene Photographie adäquat zur Wirkung zu bringen, muß sie in vergrößerter Form dem Betrachter zugänglich gemacht werden - was in der Regel in Form einer Vergrößerung auf lichtempfindliches Photopapier oder neuerdings auch in Form eines InkJet-Drucks erfolgt. Größe ist dabei ein wichtiger Faktor: je größer ein Bild, desto intensiver seine Wirkung - vorausgesetzt, die Vergrößerung ist nicht so stark, daß die technischen Grenzen des Aufnahmesystems in Form von Filmkorn, Pixeln, Unschärfe etc. in Erscheinung treten. Womit wir wieder bei den bereits diskutierten Vorteilen der Großformatphotographie auf Planfilm wären, die sehr große Abzüge in makelloser Qualität erlauben.

Die Entwicklung von Laserbelichtern war ein Durchbruch in der Labortechnik und gipfelte in der Konstruktion des LightJet, des besten Geräts zur Herstellung photographischer Abzüge, das je gebaut wurde. Laser in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau belichten lichtempfindliches Photopapier und bauen das Bild aus einzelnen Zeilen mikroskopischer Breite auf. Das Ergebnis sind Abzüge einer extremen Schärfe und einer wunderbaren Farbdifferenzierung. Die Abzüge meiner Arbeiten entstehen daher ausschließlich mittels eines LightJet 500 XL.

Wie aber bringt man einen fertigen Abzug anschließend optimal zur Geltung? Lange Zeit war das sogenannte "Diasec"-Verfahren anerkannter Goldstandard. Hier wird die Photographie ganzflächig hinter eine Scheibe aus Plexiglas geklebt ("kaschiert"), wobei ein transparenter, zu einem hauchdünnen Film ausgewalzter Silikonklebstoff zur Anwendung kommt, der nicht sichtbar in Erscheinung tritt. Das Resultat ist eine erstaunliche Tiefenwirkung des Bildes, weswegen "Diasec" sehr große Beliebtheit erlangt hat; beispielsweise wäre die Wirkung der wandfüllenden Photographien von Andreas Gursky ohne Diasec eine völlig andere und ganz erheblich "flacher".

Hinter Plexiglas kaschierte Abzüge waren für mich ein großer Schritt in die richtige Richtung, allerdings hat mich dieses Material wegen seiner extremen Empfindlichkeit und der oft mangelnden Planlage nie vollständig überzeugt. Nach vielen vergeblichen Anläufen konnte ich mein Labor endlich dazu überreden, bei der Kaschierung anstelle von Plexiglas interferenzoptisch entspiegeltes Mineralglas, sogenanntes Museumsglas, einzusetzen. Das Resultat der ersten Tests übertraf sämtliche Erwartungen: Auf diese Weise veredelte Abzüge zeichnen sich nicht nur durch wunderbar frische und fein differenzierte Farben aus, sondern haben eine geradezu umwerfende Plastizität und Brillianz, die alles in den Schatten stellen, was an Alternativen zur Bildpräsentation existiert. Mittels dieser (mittlerweile unter dem Namen "UltraSec® M" bekannten) Technik hergestellte Photographien liegen auf einem Qualitätsniveau, welches bis vor kurzem einfach nicht vorstellbar war. Also genau richtig, wenn das Thema "Photographie ohne Kompromisse" lautet.

[Kurzer Text]